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Die alte Kunst hat einen bestimmten inneren Gehalt. In der Vergangenheit hatte Kunst den gleichen Zweck wie die Bücher in unserer Zeit, nämlich: Kenntnisse zu bewahren und zu übermitteln. In alten Zeiten schrieb man keine Bücher, sondern fügte das Wissen in Kunstwerke ein. Wir würden viele Ideen in den bis zu uns gelangten Werken der alten Kunst finden, wenn wir sie nur zu lesen verstünden.
(G. Gurdjieff)
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Lange Zeit hat die Evangelische Kirche die bildende Kunst mit Skepsis betrachtet, sah sie doch Bilder als «stumme Götzen» im Unterschied zur lebendigen Predigt des Wortes Gottes. In den letzten Jahrzehnten erst hat die Evangelische Kirche die Chancen und Möglichkeiten der bildenden Kunst wiederentdeckt.
Bildende Kunst ist anschaulich und begreifbar. Viele Kirchen laden ein, ihre alten und neuen Kunstwerke zu betrachten, sich von ihnen etwas sagen zu lassen und sich mit ihrer Botschaft auseinanderzusetzen.
Bildende Kunst ist mehrdeutig. Sie verlangt von denen, die sie betrachten, eine Haltung der Offenheit für die Vieldeutigkeit der Darstellung. Sie hat die Eigenart, dass ihre Aussage immer in Beziehung zur/zum Betrachter/-in zu sehen ist. Bildende Kunst gestaltet eine eigene Wirklichkeit. Sie setzt den Betrachtenden Widerstände entgegen, fordert zur Auseinandersetzung heraus. Bildende Kunst verhindert feste Glaubensvorstellungen und bringt die Unbegreiflichkeit und Unverfügbarkeit der Wirklichkeit Gottes zum Ausdruck.
Und vielleicht macht das Mut, die eigene Kreativität zu entdecken und sich selber und die Erfahrungen mit Gott in Farbe, Form und Gestalt auszudrücken.
(Text: Elke Hoffmann)
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