Sie möchten kirchlich heiraten? Bei einer evangelischen Trauung sagen Sie Ja zueinander – vor Gott und den Menschen, die Ihnen wichtig sind. Sie bitten um Gottes Segen für Ihren gemeinsamen Weg und feiern Ihre Liebe in einem persönlichen Gottesdienst. Ob große Hochzeit oder Feier im kleinen Kreis, klassisch oder ganz individuell: Gemeinsam mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer können Sie die Trauung so gestalten, dass sie zu Ihnen passt.
Der erste Schritt zu Ihrer Trauung
Wenn Sie eine kirchliche Trauung planen, wenden Sie sich am besten frühzeitig an Ihre Kirchengemeinde. Dort können Sie klären, ob Ihr Wunschtermin möglich ist, und einen Termin für das Traugespräch vereinbaren. Im Traugespräch geht es um Sie als Paar und um Ihre Wünsche für den Gottesdienst: Welche Musik soll gespielt werden? Welcher Trauspruch begleitet Sie? Möchten sich Freundinnen, Freunde oder Familienmitglieder beteiligen? Und wie soll Ihr Trauversprechen aussehen? Viele organisatorische und persönliche Fragen lassen sich dabei ganz unkompliziert gemeinsam klären.
Eine Trauung für alle Paare
In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern können auch gleichgeschlechtliche Ehepaare kirchlich getraut werden. Seit 2025 trägt der Gottesdienst für alle Ehepaare die Bezeichnung Trauung. Im Mittelpunkt stehen dabei – unabhängig davon, wer heiratet – das Versprechen zweier Menschen füreinander und Gottes Segen für ihren gemeinsamen Lebensweg.
Wenn Sie als queeres Paar heiraten möchten, können Sie sich an ein evangelisches Pfarramt wenden. Sollte eine Pfarrperson die Trauung aus persönlichen Gewissensgründen nicht selbst übernehmen wollen, soll Ihnen dabei geholfen werden, eine Pfarrerin oder einen Pfarrer für Ihre Trauung zu finden. Queere Menschen gehören selbstverständlich zu unserer Kirche. Uns ist wichtig, dass Sie mit Ihren Fragen, Ihrer Geschichte und Ihren Vorstellungen von Ihrer Hochzeit willkommen sind.
Häufige Fragen zur kirchlichen Trauung
Was bedeutet eine evangelische Trauung?
Bei der Trauung versprechen Sie einander Liebe und Treue und bitten gemeinsam um Gottes Segen. Sie feiern, dass Sie Ihren Lebensweg miteinander gehen möchten – mit allem, was dazugehört: Freude und Leichtigkeit ebenso wie schwierige Zeiten. Der Gottesdienst verbindet Ihre persönliche Geschichte mit Gebeten, Musik, biblischen Texten und dem Trausegen.
Müssen wir beide evangelisch oder Mitglied einer Kirche sein?
Nein, Sie müssen nicht beide evangelisch sein. Gehört eine Person einer anderen christlichen Konfession an, ist eine evangelische Trauung grundsätzlich möglich. Auf Wunsch kann auch eine Pfarrperson der anderen Konfession beteiligt werden – häufig spricht man dann von einer ökumenischen Trauung. Gehört eine Person keiner christlichen Kirche an, hängt die mögliche Form der kirchlichen Feier von der individuellen Situation ab. Wenden Sie sich am besten an Ihre Kirchengemeinde. Dort können Sie gemeinsam klären, welche Möglichkeiten es für Sie gibt.
Können gleichgeschlechtliche Paare evangelisch heiraten?
Ja. Verheiratete gleichgeschlechtliche Paare können in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern kirchlich getraut werden. Für den Gottesdienst gelten grundsätzlich dieselben wesentlichen Elemente wie bei jeder evangelischen Trauung: das gegenseitige Versprechen, Gebet, Verkündigung und Gottes Segen.
Können Geschiedene erneut kirchlich heiraten?
Ja. Die evangelische Kirche versteht die Ehe als auf Dauer angelegte Gemeinschaft. Zugleich weiß sie, dass Beziehungen scheitern können. Deshalb ist grundsätzlich auch nach einer Scheidung eine erneute kirchliche Trauung möglich. Fragen dazu können Sie vertraulich im Traugespräch besprechen.
Müssen wir vorher standesamtlich verheiratet sein?
Ja. Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist grundsätzlich die standesamtliche Eheschließung.
Können wir uns eine Kirche frei aussuchen?
Grundsätzlich können Sie auch in einer anderen Kirche als Ihrer eigenen Gemeindekirche heiraten. Wichtig ist, frühzeitig mit der jeweiligen Kirchengemeinde Kontakt aufzunehmen. Besonders bei beliebten Kirchen und Hochzeitsterminen empfiehlt sich eine frühzeitige Anfrage.
Die Trauung vorbereiten
Wann sollten wir unseren Termin anfragen?
So früh wie möglich. Klären Sie den Termin am besten zunächst mit der Kirchengemeinde, bevor Sie Location, Musik oder andere Dienstleister verbindlich buchen.
Was passiert beim Traugespräch?
Das Traugespräch ist keine Formalität, sondern die gemeinsame Vorbereitung Ihres Gottesdienstes. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer möchte Sie als Paar kennenlernen und mit Ihnen über Ihre Beziehung, Ihre Wünsche und die Bedeutung der Trauung sprechen. Gleichzeitig werden der Ablauf und alle organisatorischen Fragen geklärt.
Was sind Trauspruch und Trauversprechen?
Der Trauspruch ist ein Vers aus der Bibel, der Sie bei Ihrer Hochzeit und darüber hinaus begleiten kann. Häufig wird er auch in der Predigt aufgegriffen. Im Trauversprechen sagen Sie einander zu, Ihren gemeinsamen Lebensweg miteinander zu gehen. Dafür gibt es bewährte Formulierungen. Persönliche Wünsche können Sie beim Traugespräch besprechen.
Wie können wir den Gottesdienst persönlich gestalten?
Ihre Trauung soll zu Ihnen passen. Familie, Freundinnen und Freunde oder Trauzeuginnen und Trauzeugen können beispielsweise Lesungen, Fürbitten oder musikalische Beiträge übernehmen. Auch Ihre Wünsche zu Liedern und weiterer Musik können Sie in die Vorbereitung einbringen. Was in der jeweiligen Kirche möglich ist, besprechen Sie gemeinsam mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer.
Was müssen wir zu Fotos, Blumen und Dekoration wissen?
Fotografieren und Filmen ist in der Regel möglich, sollte den Gottesdienst aber nicht stören. Auch Blumenschmuck und weitere Dekorationen sind häufig möglich. Da die Rahmenbedingungen von Kirche zu Kirche unterschiedlich sind, sprechen Sie Ihre Wünsche am besten vorab mit der Kirchengemeinde ab.
Welche Unterlagen brauchen wir und entstehen Kosten?
Welche Unterlagen benötigt werden, erfahren Sie von Ihrer Kirchengemeinde. In der Regel werden Angaben zur Taufe und Kirchenmitgliedschaft sowie ein Nachweis über die standesamtliche Eheschließung benötigt. Auch mögliche Kosten unterscheiden sich je nach Kirche und Gestaltung der Trauung, etwa durch besondere musikalische Wünsche oder zusätzlichen Aufwand. Ihre Kirchengemeinde informiert Sie darüber im Vorfeld.


