Friedenstafel

Friedensfest – Was ist das?

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Klotz / Dekanat
Beim Festgottesdienst zum Friedensfest 2026: Dekan Frank Kreiselmeier (links) und Stadtdekan Helmut Haug

Ein Feiertag mit besonderer Geschichte 

Jedes Jahr am 8. August feiert Augsburg das Hohe Friedensfest. Es ist ein gesetzlicher Feiertag, der ausschließlich im Augsburger Stadtgebiet gilt – und damit bundesweit einzigartig ist. Seit 1950 ist der 8. August offiziell arbeitsfrei. Seine Geschichte reicht jedoch viel weiter zurück. 

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde den evangelischen Bürgerinnen und Bürgern Augsburgs am 8. August 1629 die Ausübung ihres Glaubens untersagt. Erst mit dem Westfälischen Frieden von 1648 erhielten sie wieder die Gleichstellung mit der römisch-katholischen Bevölkerung, die bereits im Augsburger Religionsfrieden von 1555 angelegt worden war. 

Zur Erinnerung an die Zeit der Unterdrückung und an die wiedergewonnene Religionsfreiheit feierten die Augsburger Protestanten 1650 erstmals das Hohe Friedensfest – bewusst am 8. August. Aus dem ursprünglich evangelischen Gedenktag entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Fest, das heute weit über die Grenzen einer einzelnen Konfession hinausweist.

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Beim Friedensfest 2025: Der Madrigalchor bei St. Anna

Von der Geschichte zur Friedensstadt 

Die historische Erfahrung von religiöser Ausgrenzung und späterer Verständigung prägt Augsburg bis heute. Daraus leitet die Stadt ihren Anspruch als Friedensstadt ab: Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Lebensgeschichten sollen gleichberechtigt zusammenleben können. Das Friedensfest erinnert deshalb nicht nur an ein Ereignis aus dem 17. Jahrhundert, sondern stellt jedes Jahr neu die Frage, was Frieden in der Gegenwart bedeutet. 

Heute wird das Hohe Friedensfest gemeinsam von Kirchen, Religionsgemeinschaften, Kulturinstitutionen, Vereinen, Initiativen und vielen engagierten Menschen aus der Stadtgesellschaft gestaltet. Ein mehrwöchiges Kulturprogramm greift aktuelle gesellschaftliche Fragen auf und schafft Räume für Begegnung, Diskussion, Kunst und gemeinsames Nachdenken. 

So wird aus der Erinnerung an einen historischen Konflikt ein Auftrag für die Gegenwart: Frieden, gegenseitigen Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt immer wieder neu zu gestalten. Seit 2018 gehört das Augsburger Hohe Friedensfest zum Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

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Oberbürgermeister Dr. Florian Freund beim Friedensfest 2026

Gemeinsam Frieden feiern 

Am 8. August selbst wird Frieden an vielen Orten der  Frieden gefeiert. Ein besonderer Programmpunkt ist die große Friedenstafel auf dem Rathausplatz. Menschen bringen Essen und Getränke mit, teilen miteinander und kommen mit ihren Tischnachbarinnen und Tischnachbarn ins Gespräch. 

Auch in verschiedenen Stadtteilen gibt es kleinere Friedenstafeln. Zur Friedenstafel auf dem Rathausplatz gehört auch ein gemeinsames öffentliches Zeichen für den Frieden: Der Oberbürgermeister der Stadt Augsburg hält eine Rede. Und Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tisches der Religionen verkünden Friedensgrüße. 

Der Runde Tisch der Religionen bringt verschiedene in Augsburg vertretene Religionsgemeinschaften zusammen und setzt sich ausdrücklich für ein friedliches Zusammenleben und gegenseitiges Verständnis zwischen den Religionen ein. 

Zum Festtag gehören außerdem Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und das traditionsreiche Kinderfriedensfest. Schon seit mehr als 370 Jahren sind Kinder Teil der Friedensfest-Tradition. Heute wird rund um Botanischen Garten, Zoo und Umweltbildungszentrum ein großes Kinder- und Familienfest gefeiert. Mit zahlreichen Mitmachangeboten setzen sich Kinder und Jugendliche spielerisch mit Frieden und Demokratie auseinander.

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