Martin Luther

Martin Luther in Augsburg

Augsburg gehört zu den bedeutendsten Orten der Reformationsgeschichte. Im Oktober 1518 kam Martin Luther in die Reichsstadt, um sich vor dem päpstlichen Gesandten Kardinal Cajetan zu verantworten. Die entscheidenden Tage seines Aufenthalts sind bis heute eng mit Orten in der Augsburger Innenstadt verbunden: mit St. Anna und dem ehemaligen Karmelitenkloster, den Fuggerhäusern und später auch mit der Confessio Augustana. Wer heute durch Augsburg geht, kann viele dieser Schauplätze noch besuchen – und die Geschichte der Reformation dort erleben, wo sie sich abgespielt hat. 

 

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Hoffmann / Dekanat

1518: Martin Luther kommt nach Augsburg 

Am 7. Oktober 1518 erreichte Martin Luther nach einem mehrtägigen Fußmarsch Augsburg. Er wohnte im Karmelitenkloster bei St. Anna bei seinem Freund und Unterstützer Johannes Frosch. Der Anlass seiner Reise war ernst: Luther hatte mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel eine heftige kirchliche Auseinandersetzung ausgelöst. In Augsburg sollte er sich vor Kardinal Thomas Cajetan verantworten und seine Positionen widerrufen. Am 12., 13. und 14. Oktober trafen Luther und Cajetan in den Fuggerhäusern an der heutigen Maximilianstraße aufeinander. 

Aus dem theologischen Gespräch entwickelte sich ein immer schärferer Konflikt. Luther verweigerte den geforderten Widerruf. Schließlich verließ er Augsburg heimlich – aus Sorge, festgenommen zu werden. Damit wurde Augsburg zu einem der entscheidenden Schauplätze der frühen Reformation. 

Während seines Aufenthalts wohnte Luther im damaligen Karmelitenkloster St. Anna. Die Kirche und das Kloster gehören deshalb heute zu den wichtigsten Lutherstätten in Augsburg. St. Anna blieb auch nach 1518 eng mit der Reformationsgeschichte verbunden. Aus dem Kloster und seinem Umfeld entwickelte sich ein bedeutendes Zentrum der evangelischen Bewegung in Augsburg. Noch heute erinnern mehrere Spuren in und um die Kirche an Martin Luther und die Reformation. 

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Hoffmann / Dekanat

Das Museum Lutherstiege 

Direkt in der Kirche St. Anna befindet sich das Museum Lutherstiege. Es erzählt die Geschichte von Martin Luthers Aufenthalt in Augsburg und zeichnet zugleich die Entwicklung der Reformation in der Stadt nach. Der Rundgang führt durch historische Räume und verbindet Originalobjekte mit Bildern, Texten, Audioelementen und multimedialen Stationen. 

Besucherinnen und Besucher erfahren unter anderem, wie Augsburg um 1518 aussah, warum der Ablasshandel so umstritten war, wie die Auseinandersetzung zwischen Luther und Cajetan verlief und welche Rolle Buchdruck und neue Medien für die schnelle Verbreitung reformatorischer Ideen spielten. So wird aus der Geschichte des Jahres 1518 ein anschaulicher Rundgang durch eine Zeit, in der sich Kirche, Gesellschaft und Politik grundlegend veränderten. 

→ Mehr über das Museum Lutherstiege 

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St.-Johannis-Kirche Schweinfurt

Luther und die Confessio Augustana

Martin Luther selbst war 1530 nicht in Augsburg. Trotzdem spielte er auch beim nächsten großen Kapitel der Augsburger Reformationsgeschichte eine wichtige Rolle. Während des Reichstags hielt sich Luther auf der Veste Coburg auf. Von dort stand er in engem Austausch mit Philipp Melanchthon und den anderen evangelischen Theologen in Augsburg. 

Am 25. Juni 1530 wurde vor Kaiser Karl V. die Confessio Augustana, das Augsburger Bekenntnis, verlesen. Sie formulierte zentrale Überzeugungen der reformatorischen Bewegung und zählt bis heute zu den grundlegenden Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. 

→ Mehr über die Confessio Augustana

Augsburg und die Reformation 

Die Geschichte der Reformation in Augsburg endet nicht mit Luther. Auf die Ereignisse von 1518 und die Confessio Augustana von 1530 folgte 1555 der Augsburger Religionsfrieden. Damit wurde Augsburg erneut zum Schauplatz europäischer Religionsgeschichte. Die Stadt entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem besonderen Ort des Zusammenlebens der Konfessionen. Bis heute erinnern zahlreiche Kirchen, Gebäude und historische Orte in Augsburg an diese Geschichte. 

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Lauschtour

Auf Luthers Spuren durch Augsburg

Wer die Reformationsgeschichte nicht nur lesen, sondern vor Ort entdecken möchte, kann Augsburg mit der kostenlosen Lauschtour „Luther in Augsburg“ erkunden. Der Audioguide führt auf rund vier Kilometern durch die Altstadt zu wichtigen Schauplätzen der Reformationsgeschichte. Augsburger Pfarrerinnen und Pfarrer erzählen dabei von Luther, der Confessio Augustana, dem Religionsfrieden und der Geschichte der evangelischen Kirchen. 

Die Tour beginnt im Annahof und führt unter anderem zu St. Anna, den Fuggerhäusern, St. Ulrich, der Barfüßerkirche, St. Jakob, dem Fronhof und Evangelisch Heilig Kreuz. Für die Tour sollte man etwa 1 Stunde 15 Minuten einplanen. Sie kann jederzeit unterbrochen und an den einzelnen Stationen wieder aufgenommen werden. 

→ Zur Lauschtour „Luther in Augsburg“


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