Augsburger Friedensbild 2021 hat den Klimawandel im Blick

Augsburger Friedensbild 2021 hat den Klimawandel im Blick

"Fürsorge" ist das Thema des Malwettbewerbs des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Augsburg. Die 14-jährige Albina Ballert, aus der Klasse 8c des Paul-Klee-Gymnasium Gersthofen ist die diesjährige Preisträgerin. Am 9. Juli ist ihr Gemälde zum Augsburger Friedensbild 2021 gekürt worden. Es ziert das Plakat zum Augsburger Hohen Friedensfest.

Augsburger Friedensbild 2021 | Foto: N. HueckAlbinas Bild zeigt ein großes Auge, aus eine Weltkugel den Betrachter in den Blick nimmt. Die Wimpern sind zu verdorrten Pflanzen geworden. Der Hintergrund erscheint grau und wolkenverhangen.

Albina hat sich bei ihrer Themenwahl auch von Fridays for Future inspirieren lassen: „Umweltschutz wird immer wichtiger. Ich wollte ausdrücken: Das menschliche Auge sieht den Planeten Erde, aber es sieht all das Schlechte nicht“.

Stadtdekan Michael Thoma würdigte das Kunstwerk im Rahmen der Preisverleihung. „Damit wir in der heutigen Zeit lebensfähig sind, ist es wichtig, die ganze Welt im Blick - das heißt im Auge -zu haben. Das bringt das Bild in genialer Weise zum Ausdruck. Dabei ist es nicht komplett hoffnungslos und von absoluten Verzweiflung geprägt – im Gegenteil: das Blau und der Schimmer im Auge weisen für mich hin, auf unsere Chance zur Veränderung und Bewahrung der Schöpfung.“

Der diesjährige Malwettbewerb fand unter den erschwerten Bedingungen von Lockdown und Homeschooling statt. Kirchenrätin Birgit Sels, Leiterin des evangelischen Schulreferats betonte das große Engagement der Schüler*innen und Lehrer*innen in diesen herausfordernden Zeiten.

„Ich weiß, welche Belastung die Coronapandemie für die Schulgemeinschaft darstellt. Die Schülerinnen und Schüler leisten gerade Enormes. Auch beim Malwettbewerb mussten sie dieses Jahr sehr viel selbständiger arbeiten. Die Ergebnisse sind beeindruckend.“ Wichtig seien aber ebenso die motivierenden Impulse der Lehrkräfte gewesen, auch wenn sie im Distanzunterricht nicht so viel unterstützen konnten.

Alle prämierten Bilder sind in einer Ausstellung zu besichtigen:

  • 9. Juli bis 26. Juli im Atrium der Kreissparkasse Augsburg, Martin-Luther-Platz 5
  • 27. Juli bis 17. August im Kreuzgang St. Anna Kirche, Im Annahof 2

Das Kulturprogramm #Für_Sorge zum Augsburger Hohen Friedensfest läuft vom 21. Juli bis 8. August. Alle Infos zum Kulturprogramm: www.friedensstadt-augsburg.de

Hintergrund zum Malwettbewerb
Der Malwettbewerb steht in der Tradition der sogenannten „Augsburger Friedensgemälde“, die seit 1650 in den Gottesdiensten zum Augsburger Hohen Friedensfest an Kinder verteilt wurden.

In der Jury zur Prämierung der diesjährigen Arbeiten wirkten mit: Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen Augsburgs, Religions- und Kunstlehrerinnen und –lehrer der beteiligten Schulen und Vertreter der Stadt Augsburg.

Zum Malwettbewerb eingeladen waren – unabhängig von Konfession und Religion – Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen aus Stadt und Landkreis Augsburg, Aichach-Friedberg sowie aus Wertingen. Das Siegerbild wurde mit Unterstützung der Kreissparkasse Augsburg als Plakat zum Augsburger Hohen Friedensfest und als Ansichtskarte gedruckt.

Das Augsburger Hohes Friedensfest
Einzigartiger Feiertag: damals und heute

Geschichtlicher Ursprung
Das Augsburger Hohe Friedensfest geht zurück auf das Jahr 1650, als die evangelischen Christen Augsburgs erstmals ihre Gleichberechtigung mit den Katholiken feierten. Diese war zwar zuvor bereits formuliert worden – im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) kam es aber zu blutigen Auseinandersetzungen.

Katholiken und Protestanten unterdrückten sich wechselseitig. Kirchen wurden geschlossen und abgerissen. Den 14 evangelischen Predigern in Augsburg wurde am 8. August 1629 jede weitere Amtshandlung untersagt.

Erst mit Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde schließlich im Westfälischen Frieden (1648) die Parität (Gleichheit) zwischen Katholiken und Protestanten hergestellt und entsprechend alle städtischen Ämter paritätisch (in einem gleichmäßigen Verhältnis) besetzt.
In Erinnerung an die endlich errungene Gleichstellung stifteten die Augsburger Protestanten im Jahr 1650 mit dem Hohen Friedensfest am 8. August einen weltweit einzigartigen Feiertag. Sie dankten für den geschenkten Frieden und die Möglichkeit, ihren Glauben frei und gleichberechtigt leben zu dürfen.

Friedensfest heute
Ohne Unterbrechung wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August ein Gottesdienst gefeiert. Seit 1950, dem 300. Jahrestag des Festes, ist der Tag für die Stadt Augsburg gesetzlicher Feiertag. 2018 wurde das Augsburger Hohe Friedensfest mit dem Titel „Immaterielles Kulturerbe der UNESCO“ ausgezeichnet.

Das Friedensfest verbindet heute alle Religionen. Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, seine Gefährdung durch Intoleranz, Hochmut und Machtgier und die Aufgabe, in aller Unterschiedlichkeit von Glaubenstraditionen und kulturellem Herkommen friedlich zusammenzuleben, ist der Inhalt des Festes – damals wie heute.