Kirche stellt sich für die Zukunft auf

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Klotz / Dekanat

Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Dekanat Augsburg reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen, knapper werdende Ressourcen und steigende Anforderungen in Verwaltung und Organisation. Bei ihrer Tagung am 18. April 2026 hat sich die Dekanatssynode deshalb mit den laufenden Reformüberlegungen der Landeskirche befasst und eine grundlegende Unterstützung für eine Struktur- und Verwaltungsreform beschlossen. Dabei geht es aus Sicht der Synode um mehr als um organisatorische Fragen: Auch in Zukunft sollen geistliche, seelsorgliche und sozialdiakonische Angebote verlässlich vor Ort bleiben. 

Warum die Reform notwendig erscheint 

Die Kirche in der Region Augsburg steht vor weitreichenden Veränderungen. Weniger Mitglieder, weniger Mitarbeitende und wachsende finanzielle sowie organisatorische Herausforderungen machen Anpassungen notwendig. Zugleich nehmen die Erwartungen an persönliche Begleitung, Seelsorge und verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner nicht ab. „Wir spüren deutlich, dass wir unsere Strukturen weiterentwickeln müssen, um die frohe Botschaft des Evangeliums auch zukünftig wahrnehmbar zu verkünden und uns für Menschenwürde, Gemeinschaft und Gerechtigkeit einsetzen zu können", so Frank Kreiselmeier, Präsidiumsmitglied der Dekanatssynode.

Mehr Zeit für Menschen, weniger Belastung in der Verwaltung 

Ein zentrales Thema der Beratungen war die mögliche Einführung sogenannter Regionalgemeinden. Dahinter steht die Idee, bestimmte Aufgaben künftig stärker zu bündeln – für mehrere weiterhin eigenständige Kirchengemeinden vor Ort. Dadurch könnten Verwaltungsaufgaben effizienter organisiert und Mitarbeitende entlastet werden. Nach Vorstellung der Synode soll genau das helfen, den Schwerpunkt kirchlicher Arbeit dort zu stärken, wo Kirche besonders unmittelbar erlebt wird: in Seelsorge, theologischer Begleitung, Bildungsarbeit, Spiritualität und sozialem Engagement. Auch multiprofessionelle Teams, in denen verschiedene Berufsgruppen enger zusammenarbeiten, werden als wichtiger Baustein für die Zukunft gesehen. 

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Gemeinden vor Ort bleiben wichtig 

Die Synode machte zugleich deutlich, dass das kirchliche Leben vor Ort auch künftig eine zentrale Rolle spielen soll. Ehrenamtliches Engagement soll weiterhin gezielt gefördert werden. Ebenso sollen die örtlichen Kirchenvorstände für das Gemeindeleben vor Ort verantwortlich bleiben. Damit verbindet die Synode die Reformüberlegungen mit dem Ziel, Nähe, Beteiligung und Verlässlichkeit in den Gemeinden zu erhalten. 

Transparenz und Beteiligung sind entscheidend 

Neben den Chancen wurden bei der Synodentagung auch die Risiken eines Veränderungsprozesses benannt. Nach Auffassung der Synode wird es entscheidend sein, Vertrauen aufzubauen und Gemeindemitglieder auf dem Weg mitzunehmen. Deshalb soll der Prozess transparent gestaltet und breit beraten werden. „Als evangelische Kirche sind wir demokratisch organisiert. Wir verordnen die Reform deshalb nicht von oben herab, sondern diskutieren und beratschlagen die Vorschläge auf breiter Ebene“, betonte Dekan Kreiselmeier. 

Wie es nun weitergeht 

Die Dekanatssynode hat den Dekanatsausschuss gebeten, die Beratungen gemeinsam mit den Kirchengemeinden fortzusetzen. Bis Juli 2026 sind unter anderem vorgesehen: 

  • Informationen über Überlegungen und Beschlüsse in den Gemeinden
  • Gespräche des Dekanatsausschusses mit Kirchenvorständen und gegebenenfalls Gemeindeveranstaltungen
  • Stellungnahmen aus Einrichtungen und Arbeitsbereichen, etwa aus Jugend, Kirchenmusik, Diakonie, Seniorenarbeit und Prävention
  • ein offenes Online-Austauschformat für Interessierte 

Bis Ende 2026 soll außerdem ein abgestimmtes Konzept für die mögliche Einführung von Regionalgemeinden im Dekanatsbezirk Augsburg vorbereitet werden. 

Noch keine endgültigen Entscheidungen 

Die Synode betont ausdrücklich, dass es sich derzeit um einen Rahmenbeschluss und einen Arbeitsauftrag handelt. Konkrete Detailentscheidungen sind noch nicht getroffen. Diese hängen von weiteren Beratungen, von Beschlüssen der Kirchenvorstände und auch von künftigen rechtlichen Regelungen auf landeskirchlicher Ebene ab. Festgehalten wird aber schon jetzt das Ziel: Die Menschen in der Region sollen auch künftig auf eine verlässliche geistliche und seelsorgliche Präsenz der Kirche vor Ort vertrauen können.


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